meise & meise Auszug aus unserem Buch  “SpielenDenkenLernen”, Cornelsen 2008  Zu einigen Bildern aus unserem Buch   mit einem Klick auf das Bild   Einleitung  Guck mal! Wenn Kinder rufen, sind wir zur Stelle. Knien nieder, begutachten Käfer, Steine, Bilder,  Bauwerke. Wir folgen ihnen auch in die Höhe, dem Fingerzeig zum Himmel, dort der Vogel! Blinzeln  in die Sonne, Heißluftballons hinterher oder durch Schneeflocken hindurch. Neugier ist hochgradig  ansteckend. Ein hochpatenter Virus, der überall da ausbricht, wo es etwas zu sehen, anzufassen  oder zu betreten gibt, kurz, wo Menschen den direkten Kontakt zur Welt finden. Wo sie mit  angehaltenem Atem und glücklichem Strahlen vom innersten Kern der Dinge berührt werden, vom  Herzschlag des Lebens. Herrlich, wenn man dieses Glück teilen kann! Wir haben uns gerne  anstecken lassen von der Entdeckerfreude aller, die wir hier im Buch vorstellen. Sie haben uns die  Türen geöffnet, wir sind der Einladung gefolgt, sind ihnen ganz nahe gerückt, haben uns alles zeigen  lassen, Kamera und Stift waren ihre Zeugen.  Die Idee stand schon lange im Raum: Müssten wir nicht...? All die inspirierten Erzieherinnen und  Lehrer, die Ideen und Projekte, die wir in den letzten fünfzehn Jahren erlebt und gesehen haben, all  das Wissen, das wir uns erarbeitet haben... Müssten wir nicht mal alle und alles zusammenbringen  und etwas Neues daraus machen? Mussten wir. Den letzen Anstoß gab das Buch Lernen lernen von  Kristin Gisbert. Darin fand ich das Quäntchen Hintergrundwissen, das diesem Versammlungsprojekt  die Initialzündung gab: Was? Schon Kleinkinder haben intuitive Theorien über Physik, Mathematik  oder Psychologie? Sie haben. Dafür allerdings brauchen Menschen in ihrer Umgebung, die ihnen eine  sichere Basis sind. Die sie mit Liebe, Vertrauen und positiver Rückmeldung versorgen, so dass sie  gut ausgerüstet in die Welt ziehen und Erfahrungen machen können. Entdeckungen. Immer neu.  Ausgehend von sechs frühen intuitiven Wissenstheorien von Kindern, also ihrem frühen  physikalischen, biologischen, psychologischen, sprachlichen und mathematischen Verständnis sowie  ihrer Fähigkeit zur Metakognition haben wir Bildungseinrichtungen für Kinder bis zu elf Jahren  besucht, Kindertagesstätten und Grundschulen, die beispielhaft zeigen: wie man das, was Kinder  bereits mitbringen, wertschätzend aufgreifen, begleiten und fördern kann. Als siebtes Thema haben  wir den Übergang zwischen beiden Bildungssystemen und die Herausforderung zur Kooperation  angehängt. In jedes Kapitel beginnt mit einer Reportage aus einer Kindertagesstätte und endet mit  einer Reportage aus einer Grundschule. Dazwischen kommen Fachfrauen und -männer zu Wort, die  wir in den letzen Jahren kennen gelernt haben. Erklärtes Ziel das Buchs: die Begeisterung dieser  Stimmen weiterzureichen, Einblicke zu geben und: zum Nachahmen anzuregen. Dabei sind die  Einrichtungen, die wir beispielhaft den sechs Wissens-Oberbegriffen Physik, Biologie, Psychologie,  Mathematik, Sprache und Metakognition sowie als siebtes den Transitionen oder Übergängen  zugeordnet haben, in ihrem Alltag selten auf dieses eine Thema beschränkt.   In jeder Einrichtung haben wir einen Tag lang hospitiert und somit einen kleinen Ausschnitt des  Gesamtalltags wahrgenommen. Viel zu kurz! Viel wenig!, fanden die Beteiligten und fürchten immer,  nicht alles zeigen zu können. Heimlich dachten sie wohl wie der neunjährige Nathan aus der  Umweltschule in Heuchelhof, der fragte: „Kommt ihr jetzt jeden Tag? Habt ihr euch in Würzburg eine  Wohnung genommen?“ Beides mussten wir verneinen, sind aber dennoch nicht schnell durch seine  Schule durchgehuscht (weder bei ihm noch anderswo). Selbst durch kleine Zeitfenster, wie sie uns  geöffnet wurden, werden viele Signale gesendet. Man spürt wie gearbeitet, miteinander geredet,  gelacht, geschimpft, und man erkennt, ob und wie miteinander geforscht wird.  Grundgedanke dieser Vorzeigesammlung guter Beispiele ist das Prinzip Vernetzen und Kooperieren  plus Querdenken. Nicht immer die selbe Schiene benutzen, sonst rosten die anderen. Wir halten dies  für Wichtige Fertigkeiten und Voraussetzungen lebenslangen Lernens, die wir unseren Kindern in  diese sich ständige verändernde Welt mitgeben müssen. In einer Welt, in der es keine Generalisten  mehr geben kann, die alles wissen, muss man bereit sein, andere zu fragen. Antworten zu suchen,  sich zu vernetzen. .... Im Buch folgt hier ein kurzer Überblick über die jeweiligen Kapitel: